Irene Harand: ANTWORT AN HiTLER 1935

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Dieses ausdrucksstarke Stück Widerstands-Litera­tur gegen den Nationalsozialismus hat Irene Harand 1935 im Wiener Selbstverlag veröffentlicht. Hier nun wurde dieses Buch in Berlin neu herausgebracht. 
 Als wertvolles Zeitzeugnis ergänzt ihr Text unser Wissen darüber, was 1935 schon bekannt war. 

Produktinformationen

Irene Harand: Antwort an Hitler 1935
Paperback, 242 Seiten, ISBN 978-3-944324-62-3; Euro 20,00

Maße

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195 x 133 mm

Produktdetails

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– Irene Harand (1900-1975) gründete 1933 in Wien ihre „Weltbewegung gegen Menschennot und Rassenhass“, mußte 1938 in die USA flüchten und half vom Exil aus vielen Jüdinnen und Juden, das einstige Österreich zu verlassen.

Besonderheiten

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Ohne Eselsohren!

Inhaltsverzeichnis

Vorwort 7

1. Kapitel. Die Lüge als Waffe des Haken­kreuzes 10

2. Kapitel. Der rasende Nationalismus 12

3. Kapitel. Der Rassenwahn 36

4. Kapitel. „Rassische“ Eigenschaften der Juden 59

5. Kapitel. Die Lüge vom jüdischen Wucher 68

6. Kapitel. Die Lügen über den Talmud 86

7. Kapitel. Die Ritualmordlüge 94

8. Kapitel. Jüdischer Idealismus und Opfermut 107

9. Kapitel. Die „Protokolle der Weisen von Zion“ 136

10. Kapitel. „Juden sehen Dich an“ 152

Heinrich Heine 157

Paul Ehrlich 161

Albert Einstein 163

Emil Berliner 167

Robert v. Lieben 171

Hermann Aron 174

Siegfried Marcus 176

David Schwarz 179

Juden, die den Nobelpreis erhielten 185

11. Kapitel. Die Bilanz des Hakenkreuzes 187

Lügen über das Christentum 217

Das Hakenkreuz will ein Volk von Heiden 227

Hat Hitler seine Versprechen gehalten? 229

Was tat Hitler für die Landwirtschaft? 232

Abschaffung von Recht und Freiheit 232

12. Schlußwort 235



Über die Autorin 238

Leseprobe

Irene Harand
Antwort 
an Hitler
1935
worttransport.de
Verlag Herbert Friedrich Witzel
Berlin

1. Kapitel. Die Lüge als Waffe des Haken­kreuzes

Die wirksamste, aber auch fürchterlichste Waffe des Hakenkreuzes ist die Art seiner Propaganda. In seinem Buch „Mein Kampf“ schreibt Hitler auf Seite 200: 

Die Auf­gabe der Propaganda ist zum Beispiel nicht ein Abwägen der verschiedenen Rechte, sondern das ausschließliche Betonen des einen eben durch sie zu vertretenden. Sie hat nicht objektiv auch die Wahrheit, soweit sie den an­deren günstig ist, zu erforschen, um sie dann der Masse in doktrinärer Aufrichtigkeit vor­zusetzen, sondern un­unterbrochen der eigenen zu die­nen. Es war grundfalsch, die Schuld am Kriege von dem Standpunkt zu erörtern, daß nicht nur Deutsch­land allein verantwortlich ge­macht werden könne für den Ausbruch dieser Katastro­phe, sondern es wäre richtig gewesen, diese Schuld rest­los dem Gegner auf­zubürden, selbst wenn dies wirklich nicht so dem wah­ren Hergang entsprochen hätte, wie es doch nun tat­sächlich der Fall war.“ 

Diese Stelle in Hitlers Buch faßt das Hakenkreuz als einen Freibrief auf, um mit den Waffen der Lüge und Ver­leumdung den Gegner zu zerschmettern. Das Ziel ist die Hauptsache. Der Weg dorthin kann, so lehrt das Haken­kreuz, auch über Fälschungen und Verdrehungen füh­ren. 

Auf diese Weise hat das Haken­kreuz in die Seelen der Jugend ein Gift gepflanzt, das sie zu Schädlingen der Menschheit machen muß. Gott hat uns Menschen die Sprache geschenkt, damit wir uns ver­ständigen. Wer seine Nächsten belügt, der hat diese Gabe mißbraucht.

Die Lehre des Hakenkreuzes, daß man dem Volk die Wahrheit nicht vermitteln dürfe, weil man sonst Gefahr läuft, daß es dann an das eigene Recht nicht mehr glaubt, ist falsch. Durch Lügen wird die gegenteilige Wir­kung erzielt. Hat jemand einmal das Volk belogen und hat das Volk später erfahren, daß es belogen worden ist, dann wird es den Lügner nie wieder ernst nehmen.

Die Lüge ist eine unsaubere Waffe und ein Verbrechen gegen Gott, gegen die Natur und gegen die Menschen. Darum will ich das Hakenkreuz entlarven. Die Welt soll erkennen, daß das Hakenkreuz durch Mißachtung der Religion, der Sitte und der Moral, durch Schändung der Wahrheit und der Gerechtigkeit seinen Sieg errungen hat, und daß es die Pflicht aller Menschen und Völker ist, das Hakenkreuz zu bekämpfen, damit sich diese Pest nicht über die Grenzen des Dritten Reiches hinaus ver­breite und damit auch jene Millionen, die in dem deut­schen Käfig schmachten, erlöst werden.



2. Kapitel. Der rasende Nationalismus

Das Haken­kreuz versucht die Massen zu gewinnen durch Einreden der Überzeugung, das deutsche Volk stehe höher als die anderen Nationen, und daß daher jeder Deut­sche stolz sein müsse, diesem „begnadeten Volk“ anzu­gehören. Das Hakenkreuz pflegt bewußt diese Gefühle des Hochmutes und der Überhebung. Hitler benei­det die Franzosen, die nicht „zur Objektivität erzo­gen wer­den“, sondern „zur subjektivsten Ansicht, die man sich nur denken kann“. 

Ich muß es offen sagen: Man kann dem eigenen Volk kei­nen schlechteren Dienst leisten, als es zu verleiten, sich über andere Nationen zu erheben. Ein Staat ist ein Glied innerhalb der Völkerfamilie, die diese Welt aus­macht. Ein Volk darf den Haß der benachbarten Völker nicht auf sich laden, indem es bei jeder Gelegenheit immer und immer wieder hervorhebt, es sei besser, es sei edler als die anderen Völker. Der Nationalismus wirkt wie Gift, wenn er der Jugend eingepflanzt wird, um ihren Haß gegen andere Menschengruppen zu entfachen. Ohne einen solchen Nationalismus gäbe es keinen Krieg.

Ich bin gewiß eine gute Österreicherin, ich habe Opfer für mein Vaterland gebracht. Es war in erster Linie die Liebe zu meinem Vaterland, die mich bestimmt hat, dagegen zu kämpfen, daß Österreich eine Provinz des Ha­ken­kreuzes werde. Ich habe noch vor der Macht­ergrei­fung Hitlers meinen Kampf öffentlich begonnen und in Versammlungen meine Meinung zu einer Zeit unum­wunden geäußert, als man noch gar nicht wissen konnte, wie der Kampf enden wird. 

Trotzdem will auch ich nicht, daß das österreichische Volk zum Hochmut erzogen werde. Es muß die Erkennt­nis in jedem Volk wachgerufen werden, daß es gewiß nicht schlechter, aber auch nicht besser ist als die ande­ren Völker. Wenn man durch Entfachung eines dummen und egoistischen Nationalismus in einem Volk die Vor­stellung wachruft, daß es ein gottbegnadetes Volk aus lauter Engeln und Edelknaben sei, dann darf man sich nicht wundern, wenn ein anderes Volk ebenso von sich denkt. 

Der nationale Stolz besteht in Wirklichkeit nur in den Hirnen gewisser Politiker und Streber. Weil sie sonst nichts leisten und auch nicht wissen, auf welche Art sie die breiten Massen ködern können, ohne ihnen wirkli­che Hilfe zu bringen, haben sie den rasenden Nationalis­mus erfunden, der sie nichts kostet, der aber geeignet ist, die egoistischen Instinkte im Menschen zu wecken und zu nähren. 

Wenn unsere Vorfahren Heldentaten verrichtet oder sich auf den Gebieten der Wissenschaft und Kunst ausge­zeichnet haben, so können wir nur ein Gefühl der Befrie­digung darüber empfinden, daß auch wir Beweise von Mut an den Tag gelegt oder zum Fortschritt der Mensch­heit beigetragen haben. Zum Hochmut könnten aber diese ruhmreichen Erinnerungen nur dann führen, wenn wir ernstlich behaupten, daß andere Völker keine solche Vergangenheit haben.

Man befrage hundert Arbeiter verschiedener Nationali­tät, ob sie den geringsten Sinn für nationale Überheb­lichkeit haben, und man wird sofort sehen, wie dumm dieser Nationalism­us ist. Menschen, die mit dem Natio­nalismus herumhausieren, um Geschäfte zu machen, wer­den na­türlich anderer Meinung sein. Schließlich muß jeder Ge­schäftsmann seine Ware anpreisen, mag sie noch so schlecht sein. Es fällt mir nicht ein, auch nur im gerings­ten die Verdienste der deutschen Nation zu schmälern. 

Was ich aber bestreite, ist die Tatsache, daß ein Mensch seine Nation als das „allein gottbegnadete Volk“ bezeich­nen darf. Will das Hakenkreuz behaupten, daß die fran­zösischen Politiker kein Recht hätten, in den Zei­tungen und in den Versammlungen auf die Größe ihres Vater­landes, ihrer Nation, hinzuweisen, damit auch ih­nen, wie sich Hitler ausdrückt, „der berechtigte Stolz vermit­telt wird, Angehörige eines begnadeten Volkes sein zu dürfen“? Deutsche und Franzosen haben für die Mensch­heit Hervorragendes geleistet. Die Geschichte beider Na­tionen weist Helden und Wohltäter in reichli­chem Maße auf. Und wenn wir die Geschichte Italiens oder Englands studieren, so werden wir finden, daß auch diese Völker auf allen Gebieten des kulturellen und künstlerischen Lebens Ungeheures geleistet haben. 

In seinem Buch „Mein Kampf“ schildert uns Hitler das Leben einer Arbeiterfamilie in einer elenden Kellerwoh­nung, wo Kinder Zeugen der Zwistigkeiten zwischen Mutter und Vater sein müssen, der sich auch tätlich an der armen Frau vergreift. Hitler will damit beweisen, daß die sittliche Verwilderung der deutschen Jugend auf die entsetzlichen sozialen Verhältnisse zurückzuführen sei, in denen ein großer Teil des deutschen Volkes zu leben gezwungen ist. 

Man sollte nun meinen, daß Hitler durch diese Tatsache sich befleißigen müßte, danach zu streben, die Leiden seiner Volksgenossen zu beseitigen. Hitler kommt aber zu wunderlichen Ergebnissen. Er ist über diesen Jammer nur deshalb entrüstet, weil die Menschen in solchen Kel­lerwohnungen für die „nationale Idee“ nicht so leicht gewonnen werden können. Seiner Meinung nach müßte ihre Lage nur verbessert werden, damit sie leichter „natio­nalisiert“ werden können. 

Ich komme zu ganz anderen Ergebnissen und bin der Meinung, daß man sich ausschließlich damit zu beschäf­tigen hat, diese Mitmenschen aus den dunklen Keller­wohnungen zu befreien und ihnen gesunde, lichte Hei­me zu verschaffen, nicht, um sie dann leichter zu fanati­sieren, sondern um sie zu brauchbaren Gliedern der menschlichen Gesellschaft zu machen, um in ihnen leichter die Gefühle der Nächstenliebe und das Verständ­nis für die Notwendigkeit des Friedens wachzu­rufen. Wir wollen die Menschen aus ihrer Not befreien, damit sie sich des Lebens freuen, Achtung vor sich selbst, aber auch vor den Leistungen anderer Menschen und Natio­nen empfinden.

Es ist wahr, daß der Mensch von Natur aus bestimmt ist, ein Gesellschaftsleben zu führen. Dieses Gesellschaftsle­ben kann aber nie Selbstzweck sein. Es kann nur als Mit­tel betrachtet werden, für den Einzelmenschen ein bes­seres materielles, geistiges und seelisches Leben zu sichern. 

Man hat selten gesehen, daß irgendein strenger Geldver­leiher, deutscher oder französischer Nationalität, einen in Not geratenen Schuldner nur deshalb geschont hätte, weil er ein Angehöriger des deutschen oder französi­schen Volkes ist. Und wenn ein Individuum mit men­schenfeindlichen Instinkten irgendein Opfer sucht, ist es ihm gleichgültig, wen es bestiehlt, bewuchert, beraubt oder mordet. Ein Wohltäter aber wird bei der Betätigung seiner Menschenliebe nie danach fragen, welcher Nation der arme Teufel angehört, dem er helfen soll. 

Es wird gewiß Fälle geben, in denen die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft ein größeres gegenseitiges Interesse für das Schicksal der Mitglieder mit sich bringt. Ich kann mir denken, daß Menschen, die gemeinsam in Gefan­genschaft geraten sind, nach ihrer Befreiung lebhaften Anteil an dem Schicksal ihrer einstigen Leidensgefähr­ten nehmen. Ich kann mir denken, daß Leute, die gemeinsam im Schützengraben gelegen haben, im späte­ren Leben reges Interesse füreinander zeigen. Das gilt auch von Menschen, die gemeinsam dieselbe Schule besucht oder eine Reise gemacht haben. In allen diesen Fäl­len zeigt sich ein Mitgefühl für die Menschen, mit denen man einen größeren oder kleineren Teil seines Lebens verbracht hat. Selbstverständlich hätte dies in erster Li­nie Geltung bei Geschwistern. Das Gefühl ist stär­ker oder schwächer, je nach der Wichtigkeit der Schicksalsver­bundenheit. 

Wenn der nationale Mensch wirk­lich eine leidenschaftli­che Liebe für sein Volk emp­fände, dann müßte er ja das­selbe Gefühl auf alle einzel­nen Mitglieder seines Volkes ausdehnen. Wie könnte er dann sein Einkommen, sei­nen Wohlstand und mitunter seinen Reichtum in Ruhe genießen, wenn er weiß, daß Millionen seiner Stammes­genossen Not leiden, in Fetzen herumgehen oder in Kel­lerwohnungen hausen, wie sie Hitler selbst so düster beschrieben hat? Wie könnte es möglich sein, daß z. B. ein „ech­ter“ deutscher Mann, der jeden Tag zum Früh­stück und zum Nachtmahl einige Juden und Franzosen ver­zehrt, auf der Straße ganz ruhig an einem deutschen Bettler vorbeigeht, aus dessen Augen der peinigende Hunger starrt? Wie wäre es dann möglich, daß solch „nationale Menschen“ auch gleichzeitig schwere Betrü­ger und Wucherer, ja mitunter Mörder an den eigenen Volks­ge­nossen werden können? 

Was ist am 30. Juni 19341 in Deutschland geschehen? Hunderte von Menschen wurden hingeschlachtet, hinge­richtet, ohne Verhandlung und Urteil. 

Wer waren diese Menschen? 

Das waren doch Leute, an deren nationaler Gesinnung kein Mensch zweifeln konnte. Das waren nicht Angehö­rige der großen Masse, es handelte sich hier um Führer, also um „Edelmenschen“, die jahrelang an der Seite Hit­lers „für die nationalen Belange“ gekämpft haben. Waren sie wirklich solche Halunken, daß man sie ohne Wim­perzucken wie tolle Hunde, abschlachten konnte? Bejaht man diese Frage, so muß man gleichzeitig verneinen, daß die Betätigung des Nationalismus ein Beweis für hohe Sittlichkeit und moralisch einwandfreies Leben, für soziales Empfinden ist. 

Den SA-Führern Ernst Röhm und Karl Ernst wurde nach­gesagt, daß sie widernatür­liche Orgien in ihren luxuriösen Villen gefeiert haben. Welchen Respekt kann man vor einem Nationalismus haben, dessen edelste Ver­treter solche krankhaft veran­lagten Individuen sind? Waren die Männer, die in der vordersten Front des natio­nalen Kampfes standen, gleichzeitig die minderwertig­sten Menschen, die die Na­tion überhaupt aufwies? Und kann es möglich sein, daß diese Menschen sozial emp­fanden, als sie Champagnerg­elage veranstalteten und ein wahres Drohnenleben füh­ren konnten, während Millio­nen ihrer Volksgenossen auf die kärgliche Winterhilfe angewiesen waren? 

Oder sind diese Menschen vielleicht unschuldig ermor­det worden? Dann verstünde ich überhaupt nicht, wie man es noch wagt, in Deutschland von Nationalismus zu sprechen. 

Wir finden unter den Ermordeten Gregor Strasser, der schon vor längerer Zeit sich von Hitler abgewendet hatte, an dessen nationaler Gesinnung kein Mensch zweifelte. Wie kann es überhaupt möglich sein, daß zwischen Menschen, die durch ein gemeinsames nationales Band von dieser Stärke verbunden sind, eine so fürchterliche Feindschaft entsteht? 

Warum hat das Hakenkreuz die Schergen in das Haus des Generals Kurt von Schleicher geschickt, um ihn und seine Frau zu ermorden? Schleicher war ein „deutscher“ Mann, der schon im Krieg seinem Vaterlan­de große Dienste geleistet hatte. Schleicher war auch ein Freund Hindenburgs. Er gehörte derselben Nation an, die Hitler so verherrlicht. General Schleicher und seine Frau waren Menschen, die „den berechtigten Stolz emp­finden durf­ten, dem begnadeten deutschen Volk ange­hören zu dür­fen“. Warum ging das Hakenkreuz diesem deutschen Mann gegenüber mit einer solchen Grausam­keit vor?

Warum hat das Hakenkreuz den Zentrums­mann Erich Klau­sener2 ermorden lassen, der wirklich nicht das geringste verbrochen hat? Auch dieser Mensch war ein Deutscher, dessen nationales Empfinden nicht im min­desten ange­zweifelt werden konnte. Warum werden in Deutschland katholische Volksgenossen so fürchterlich verfolgt und drangsaliert? 

Warum geht man mit rücksichtsloser Strenge gegen den edlen Kirchenfürsten Faulhaber vor, der nicht nur tiefe sittliche Religiosität, sondern auch bewunderungswürdi­gen Mut in den schwersten Tagen seines Lebens bewie­sen hat? Ist Kardinal Faulhaber kein Deutscher? Gehö­ren die vielen politischen Opfer, die in die Konzentrati­onslager geschleppt, in die Gefängnisse geworfen und in Massen abgeschlachtet wurden, nicht auch zu dem deut­schen Volk? 

Warum begegnen wir hier nicht der geringsten Spur von Mitleid in der Behandlung politischer Gegner, die Deut­sche sind, die durch dieselbe Geschichte und durch die­selbe ruhmreiche Vergangenheit der Ahnen mit Hitler verbunden sind? 

Diese Fragen kann man nur dann rich­tig beantworten, wenn man davon ausgeht, daß der Natio­nalismus des Hakenkreuzes ein plumper Schwin­del, ein ganz gemei­ner Betrug ist, eine Erfindung krank­hafter oder verbre­cherischer Gehirne, die dieses Ge­spenst nur brauchen, um ihre dunklen Ziele zu erreichen oder ihren krankhaf­ten Ehrgeiz zu befriedigen. Die Zu­gehörigkeit zu dersel­ben Nation wird besungen und ver­göttert, solange man aus dieser Tatsache heraus irgendein poli­tisches Geschäft ma­chen kann. Sobald aber diese natio­nale Zugehörigkeit ir­gendwelchen verbessernden Ein­fluß auf das Tun und Lassen der Politiker ausüben müß­te, so erfährt man, daß man es mit einem Phantom, mit einem Phantasiepro­dukt zu tun hat. Das ist auch der Grund, warum die Taten der Nationalen sich so sehr von ihren Phrasen unter­scheiden. 

Ich habe mit Deutschen, Tschechen, Polen, mit Juden und mit Angehörigen anderer Nationen gesellschaftlich verkehrt. Ich habe mit vielen Deutschen sehr schöne Stunden meines Lebens verbracht, ich habe mit ihnen Freud und Leid geteilt. Ich habe viele deutsche Mitstrei­ter, von de­nen ich überzeugt bin, daß sie bereit wären, ge­meinsam mit mir, auch unter Einsatz ihres Lebens, für unsere Idea­le zu kämpfen. Aber alle diese Menschen lie­be ich nicht deshalb, weil sie Deutsche, sondern weil sie eben anständige und edle Menschen sind, mit denen mich Bande der Freundschaft und des gemeinsamen Ringens um ein schönes Ziel verbinden. Unter meinen Freunden befinden sich auch mehrere Tschechen, bei denen man an der Sprache schon die Abstammung erkennt. Sie sind mir ebenso lieb, wie meine deutschen, polnischen oder jüdischen Anhänger, weil sie mit mir gemeinsam kämp­fen und weil ich oft Gelegenheit hatte zu sehen, wie schön ihr Charakter und wie edel ihre Gesin­nung ist. Ich habe bösartige und gute Mit­men­schen ken­nengelernt. Meine Sympathie galt nie der Nation, der der Mensch angehörte, sondern nur seiner Moral und seiner Gesin­nung

Der eingefleischte Nationalist muß mit Lügen oder min­destens mit lächerlichen Übertreibungen arbei­ten. Wer in Österreich gelebt hat, kennt genau die Ereignisse. Man erzählt der Welt von der „großen Sehnsucht des österrei­chischen Volkes“, sich an das deutsche Volk anzuschlie­ßen. Der „Schrei“ nach dem Anschluß an Deutsch­land ist ebenso unwahr wie „die allgemeine Sehnsucht“, von der das Hakenkreuz spricht. Betrachten wir die Ereigniss­e, wie sie sich wirklich abspielten, so können wir nur fest­stellen, daß nicht etwa die breiten Schichten des Volkes in die österreichische Verfassung vom Jahre 1918 den Satz eingefügt haben, daß Österreich „ein Bestandteil der deutschen Republik“ sei, sondern nur eini­ge poli­tische Führer, die geglaubt haben, durch die Verei­nigung der österreichischen und deutschen Par­teien ihre Macht zu stärken. Das ist der eigentliche und wahre Grund der „all­gemeinen Sehnsucht“. 

Die Arbeitermassen haben ganz andere Sorgen gehabt als „die Rückkehr in das nie verges­sene Vaterhaus“. Die bürgerlichen Schichten waren aus­gesprochene Gegner des Anschlusses an Deutschland. Das konnte man bei jeder Gelegenheit wahrnehmen. Nur widerwillig und unter dem Druck einer Zwangsvor­stellung, von der die Christ­lichsozialen nach dem Zu­sammenbruch ergriffen waren, haben sie dem Anschluß zugestimmt. 

Aufrichtig haben den Anschluß nur die deutschnationa­len Studenten, die alten Herren der natio­nalen Verbin­dungen und ihr sehr geringer Anhang gewünscht. Nie hat man im österreichi­schen Volk einen Willen wahr­nehmen können, die staat­liche Unabhängig­keit aufzuge­ben. In den späteren Jah­ren hat sich ein „deutschöster­reichischer Volksbund“ ge­gründet, der den Anschluß an Deutschland vorbe­reiten sollte. Er hat nie Anklang bei den breiten Massen des Volkes gefunden. Nur wenn manche politische Führer es nützlich gefun­den haben, für die „Rück­kehr in das Vaterhaus“ zu de­monstrieren, dann haben sie die Volksmassen aufgeboten, die ihnen blindlings gehorch­ten, und die also nur das taten, was ihnen die Führer an­befohlen hatten. Von einem grund­sätzlichen Anschlußwil­len konnte in Österreich nie die Rede sein.

Die Phrasen des Hakenkreuzes sind direkt widersinnig und stellen die Wahrheit auf den Kopf. Als das Bündnis der Siegermächte bei Friedensschluß in Versailles die Strei­chung der Anschlußbestim­mung aus unserer Ver­fassung forderte, hat sich niemand in Österreich darüber aufge­regt. Nicht einmal die Spur einer Erbitterung oder Em­pörung konnte festgestellt werden.

Ich bin der Ansicht, daß es viel besser ist, wenn man eine fremde Nation lobt, als die eigene. Man stelle sich vor, wie herrlich die Beziehungen zwischen den Völ­kern wären, wenn jede Nation sich bemühen wollte, bei den an­deren Menschengruppen das Schöne und Edle heraus­zu­finden. Hitler wirft den Österreichern vor, daß sie vor dem Krieg einen wahren Franzosenkult trieben. Er ent­stellt und übertreibt die Tatsachen. Ein „,Franzosenkult“ im deutschen Raum und ein „Deut­schenkult“ in Frank­reich wäre aber für die Menschheit viel nützlicher gewe­sen als der gegenseitige vom nationa­len Chauvi­nismus geschürte Haß, der es letzten En­des verschul­dete, daß im Weltkrieg Millionen von Men­schen um ihr Leben oder um ihre Gesundheit, Millionen von Familien um ihren Ernährer gekommen sind.

Die Bedeutung, die das Hakenkreuz dem nationalen Ge­fühl beimißt, ist geradezu phantastisch. Die Menschen wol­len in Ruhe und Frieden leben, sie wollen ihre Fami­lien ernähren und ihre Kinder erziehen können. Sie wol­len Wohlstand und Lebensglück für sich und ihre Lieben erlangen. Sie wollen darüber hinaus auch ihre kulturel­len Bedürfnisse befriedigen können. Die Frage der Natio­nalität spielt hierbei eine untergeordnete Rolle. Man kann doch um Gottes willen das Schicksal der Mensch­heit nicht von einem Phantom abhängig ma­chen, von einem Gespenst, das in Wirklichkeit gar nicht existiert. 

Es wäre übertrieben, zu sagen, daß ein Deutscher gar kein Gefühl empfände für die Menschen, die mit ihm dieselbe Sprache sprechen, dieselbe Geschichte teilen und dasselbe Einheitsbewußtsein empfinden. Aber viel stärker ist das Gefühl der Liebe für seine Familie und das Gefühl für ihr Wohlergehen. Das materielle Wohlerge­hen hängt bestimmt nicht mit der Nation zusammen. Wer tüchtig und fleißig ist, der wird auch in einem Lande sein Fortkommen finden, wo die Menschen nicht alle die gleiche Haar- und Augenfarbe und die gleiche Schä­delgröße besitzen. Ebenso wenig hängt das geistige Wohlergehen mit der Zugehörigkeit zu einer bestimm­ten Nation zusammen. 

Gerade der Mensch, der nicht fanatisch an seiner eige­nen Nation hängt, hat die Möglichkeit, all das Glück zu genießen, das ihm die eigene und die fremde Kunst und Kultur bie­ten. Will man vielleicht behaupten, daß ein Deutscher von der Musik irgendeines fremden, gottbe­gnadeten Komponisten weniger ergriffen ist? Will man behaupten, daß wir einen geringeren Genuß beim Lesen eines schö­nen Buches empfinden, wenn der Verfasser kein Deut­scher ist? Und was das seelische Wohlergehen betrifft, so kann uns nur die uneingeschränkte Betäti­gung der Nächstenliebe die Befriedigung verschaffen, die geeignet ist, unser Lebensglück zu vervollkommnen. Das wollen die Menschen! 

Freilich erlebt man schöne Stunden, wenn man einen Vortrag hört, der uns von den Helden­taten unserer Vor­fahren und von den Leistungen unseres Volkes erzählt. Aber dieser Genuß ist nur eine Ergän­zung des Lebens­glückes, dessen Voraussetzungen ganz andere Dinge sind als die Erinnerung an Taten und Leistungen unserer Ahnen. 

Bei der Beschreibung Wiens erwähnt Hitler wiederholt, daß es sehr stark be­sonders mit tschechischen Elemen­ten durchsetzt sei. In der Tat finden wir in Wien, aber auch in den übrigen Ländern Österreichs sehr viele Familien, deren Name uns einen deutlichen Fingerzeig auf ihre Abstammung gibt. Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, daß die Mehrheit der Bevölkerung Wiens kei­neswegs aus rein Deutschen besteht. Der Vater oder der Großvater, die Mutter oder die Großmutter waren Tsche­chen oder Un­garn, oder sie gehörten einer anderen nichtdeutschen Nation an. Wir haben auch viele Nach­kommen französi­scher Emigranten in Österreich.

Nun müssen wir aber feststellen, daß alle diese fremden Elemente sich derart uns Deutschen angeglichen haben, daß man sie von uns fast nicht mehr unterscheiden kann. Ich kenne einen ehmaligen Nationalrat, der äußer­lich sogar den strengsten Erfordernissen der „nordischen Rasse“ entspricht und auch der Sprache nach vollkom­men als Deutscher angesehen werden müßte. Als ich ihm einmal einen Besuch abstattete, lernte ich seinen al­ten Vater kennen, dem man es an der Sprache sofort an­merken konnte, daß er Tscheche ist. Der alte Herr hat auch gar kein Hehl daraus gemacht. 

Solcher Familien gibt es hunderttausende in Wien. Wie will ihnen Hitler ernstlich zumuten, daß sie keine andere Sehnsucht kennen sollen, als den Anschluß an Deutsch­land? Diese Menschen können sich nicht für die „ruhm­reichen Taten der alten Germanen“ begeistern. Sie loben diese Taten und die Leistungen der Deutschen auf den verschiedenen Kulturgebieten wie jeder andere Mensch, der jedem Genie und jeder Größe seine Huldigung dar­bringt. 

Etwas anderes ist das Gefühl der Heimatliebe, das Gefühl der Vaterlandsliebe. Ich liebe das Land, wo ich mei­ne Kindheit verbrachte, wo ich Freud und Leid erlebte. Jeder Fluß, jeder Berg, ja jede Straße bedeutet für mich eine Fülle von Erinnerungen, die mein ganzes Leben be­gleiten. Ich kann es gut verstehen, daß Men­schen, die ei­nem bestimmten Staat angehören, deren Schicksal daher mit Gedeihen und Verderben ihres Vaterlandes verbunden ist, mit leidenschaftlicher Liebe an diesem Vaterland hän­gen und daß sie auch imstande sind, ihr Leben für des­sen Bestand, Freiheit und Unabhängigkeit einzuset­zen. Ich kann mir vorstellen, daß schon wegen des gemeinsam­en Schicksals, das sie verbindet, die Bürger ei­nes bestimmten Staates aneinan­der hän­gen, sich achten und lieben. Ich liebe den Österreicher nicht deshalb, weil er Deutscher ist, son­dern weil er das­selbe Vaterland hat wie ich. Das Kriterium ist nicht die Nation, sondern das gemeinsame Vaterland. Ob er der Nation nach Tscheche oder Ungar, Franzose oder Eng­länder, der Reli­gion nach Christ oder Jude ist, ist mir ganz gleichgültig. Ich kenne nur die Vaterlandsliebe, aber ich kenne nicht den Fetisch, den man Nationalis­mus nennt.

Hitler ist sich im übrigen selbst dessen be­wußt, daß das nationale Gefühl keineswegs bei den Menschen so stark ist, daß es sie bestimmen kann, ihr ganzes Tun und Las­sen nach ihm zu richten. Er rechnete zu Beginn seiner Bewegung mit diesem nationalen Ge­fühl überhaupt nicht. Als er seinen Kampf begann, muß­te er mit dem Widerstand der verschiedenen Schichten des Volkes rechnen. Was das Bürgertum betrifft, so fiel es ihm gar nicht ein, anzunehmen, daß er hier „aktive Unterstüt­zung“ finden könnte. Er bezeichnete die nationale Gesin­nung des Bürgertums als unzulänglich und meinte, daß er nur deshalb hier „keinen Widerstand gegen eine kraft­volle nationale Politik“ zu erwarten habe, weil das Bür­gertum von anerkannt sprichwörtlicher Feigheit sei.

Aber auch an den Nationalismus der Massen glaubte Hitler nicht. Von ihnen sagt er wörtlich: „Sie werden jede deutsche Erhebung genau so niederschlagen, wie sie einst dem deutschen Heere das Rückgrat zertraten.“

Dabei rechnet Hitler hier mit 15 Millionen Menschen, die sich aus „Marxisten, Demokraten, Pazifisten und Zen­trumsleuten“ zusammensetzen. Von allen diesen Volks­genossen nimmt Hitler an, daß sie „kraft ihrer Majorität der Zahl jede nationale Außenpolitik verhindern werden“. Da aber Hitler ganz genau weiß, daß man die Macht nicht erlangen kann, wenn man nicht die breite Masse des Vol­kes gewonnen hat, so meinte er, daß man Mittel und Wege finden müsse, die Massen zu „nationa­lisieren“. Wenn wirklich das nationale Gefühl der Men­schen so stark wäre, so wäre es gar nicht notwendig gewesen, in die breiten Schichten des Volkes durch ver­schiedene Mittel und Mittelchen den National­sozia­lismu­s erst ein­zuführen. 

Um die Massen für die nationale Erhebung zu gewinnen, schreibt Hitler, darf kein Opfer zu schwer sein. Darum glaubt er, daß die deutschen Gewerkschaf­ten während des Krieges die Interessen der Arbeiter­schaft auf das rücksichtsloseste hätten wahren müssen, ja, daß sie selbst während des Krieges den Unterneh­mern durch Streik die Bewilligung der Forderungen hät­ten abpressen müssen, um die Arbeiter dahin zu brin­gen, sich „in den Belangen der nationalen Verteidigung“ fanatisch zu ihrem Deutschtum zu bekennen. 

Hitler meint ganz im Ernst, daß eine solche radikale Nationalisierung der Massen es unmöglich gemacht hätte, den Krieg zu verlieren! — „Wie lächerlich“, schreibt er, „wür­den alle und selbst die größten wirtschaftlichen Kon­zessionen gewesen sein gegenüber der ungeheuren Be­deutung des gewonnenen Krieges.“ — Wie gering muß Hit­ler von der Stärke des nationalen Gefühls den­ken, wenn er glaubt, daß man es erst durch großzügige wirtschaftli­che Zugeständnisse entfachen kann, und wie schlecht muß Hitler von den Arbeitern denken, wenn er glaubt, daß sie nur durch materielle Vorteile dahin zu bringen sind, alles für ihr Vaterland hinzugeben! 

Die Wahrheit ist, daß die deutschen Arbeiter als Solda­ten tapfer ge­kämpft und in nichts den anderen Kriegs­teilnehmern nachgestanden haben. Deutschland hat den Krieg ganz bestimmt nicht deshalb verloren, weil die Arbeiter zu wenig na­tional gesinnt waren, sondern weil seine Gegner mächtiger waren und weil diesen das Kriegsglück hold war. Mit der nationalen Ge­sinnung der Arbeiter hat der Ausgang des Krieges nicht das geringste zu tun. Hingegen wäre es ein wirkli­cher „Dolchstoß“ gewesen, wenn die Arbeiter während des Krieges ihr Vater­land im Stich gelassen und durch Entfachung von Streiks seine Kampfkraft geschwächt hätten. Aber solche Streiks hätten bestimmt nicht zu ei­ner Bewilligung der Forde­rungen geführt, sondern zu ei­nem Blutvergießen, wie man es sich furchtbarer nicht vorstellen kann. 

Hitler schreibt weiter: 

Die Nationalisie­rung der breiten Massen kann nie­mals erfol­gen durch Halbheiten, durch schwaches Be­tonen eines sogenannten Objektivitätss­tandpunktes, sondern durch rücksichtslose und fanatisch einseitige Einstellung auf das nun einmal zu erstrebende Ziel. Die breite Masse ei­nes Volkes besteht weder aus Pro­fessoren noch aus Di­plomaten. Die Masse ist nur emp­fänglich für eine Kraftäußerung und niemals für eine Halbheit. Ihre ge­fühlsmäßige Einstellung ist schwerer zu erschüttern als das Wissen. Liebe unterliegt weni­ger dem Wechsel als die Achtung. Haß ist dauerhaf­ter als Abnei­gung, und die Triebkraft zu den gewaltigsten Umwälzun­gen auf dieser Erde lag zu allen Zeiten weni­ger in einer wissenschaftli­chen Erkenntnis als in einem die Masse be­seelenden Fa­natismus und manchmal in einer sie vor­wärts jagenden Hysterie.“

Und nun folgt der Hauptgedanke Hitlers: 

Die Gewin­nung der Seele des Volkes kann nur gelin­gen, wenn man neben der Führung des Kampfes für die eigenen Ziele den Gegner dieser Ziele vernichtet. Das Volk sieht zu allen Zeiten im rücksichtslosen Angriff auf einen Wi­dersacher den Beweis des eigenen Rechtes und es emp­findet den Verzicht auf die Vernichtung des anderen als Unsicher­heit in bezug auf das eigene Recht, wenn nicht als Zei­chen des eigenen Unrechtes. Die breite Masse ist nur ein Stück der Natur und ihr Empfinden besteht nicht im ge­genseitigen Hände­druck von Menschen, die be­haupten, Gegensätzliches zu wollen. Was sie wünscht, ist der Sieg des Stärkeren und die Vernichtung des Schwachen oder seine bedin­gungslose Unterwerfung.“

Wie hätte das deutsche Volk ausgeschaut, wenn es einen Franzosen gegeben haben würde, der diese Idee beim Friedensschluß nach dem Zusammenbruch Deutsch­lands in die Tat umgesetzt hätte! Nie und nimmer wird man zugeben dürfen, daß Millionen von Menschen fana­tisiert, zum Hasse und zur Verachtung anderer Nationen und Völker aufgestachelt werden dürfen, damit man sein Ziel erreichen und die Gegner vernichten kann. Man sieht ja schon heute die Auswirkungen der national­sozial­istischen Tätigkeit in Deutschland! Deutschland ist der bestgehaßte Staat der Welt! Es gibt Länder, die sich weigern, deutsche Waren zu kaufen! 

1Sog. „Röhm-Putsch“.

2Als ein führender Vertreter des politisch engagierten Ka­tholizismus in Deutschland kritisierte er öffentlich die kir­chenfeindliche Politik der NS-Regierung.